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alles ist relatif

Geschrieben am 21. Mai 2009 von Boris Plüschke

Vielleicht habt ihr euch ja auch schon mal gefragt, was der AStA eigentlich mit seiner relatif bezweckt? Dieser Hochglanzbroschüre, die DAS Unimagazin in Aachen werden sollte, in der man erfahren konnte, warum Männer angeblich Angst vor Schwulen haben oder warum Frauen Aktmodell werden möchten — das war nur einer der Höhepunkte.

Naja. Wir haben uns diese Frage selbst und dem AStA im Studierendenparlament schon öfter gestellt. Schlauer sind wir bis jetzt nicht geworden. Das Einzige was klar wurde, ist, dass die relatif den AStA augenscheinlich vor eine solch schwere Aufgabe stellt, dass die 90 Sekunden seltener und mit weniger Inhalt herausgegeben werden müssen. Aber, da unser AStA im Studierendenparlament auf die Frage, ob seine ReferentInnen auch etwas täten, antwortet, dass sie „eigentlich […] den ganzen Tag nur Kaffee“ tränken, sollten wir vielleicht auch nicht mehr Qualität von ihnen erwarten. Qualität ist halt “relativ” und korreliert stark mit dem eingebrachten Engagement und den vorhandenen Fähigkeiten — oder wie kamen wir gleich noch mal zu dem Namen?

Doch wir sind nicht die Einzigen, die bei dem Werk des AStA gewillt sind die Hände über dem Kopf zusammen zu schlagen. Die Fähigkeiten, oder besser die Unfähigkeiten unseres AStAs ziehen inzwischen ihre Kreise und wir mussten – durchaus mit einem nicht all zu kleinen Grinsen – eine Rezension im Mai Champus über die relatif des AStAs lesen. Wer sich jetzt fragt, was Champus eigentlich ist: es ist ein gelungenes Wortspiel der Zeitschrift des AStAs der Universität des Saarlands.

Von daher empfehlen wir euch jetzt den unten stehenden Beitrag und vielleicht dazu ein Gläschen Riesling. Und wenn ihr dann dabei ins Sinnieren kommt — denkt doch mal über eine bessere Welt nach, oder für die mit Realitätsbindung unter euch für den Anfang eine Welt mit einer besseren relatif und einem besseren AStA.

Rezension: Klotzen statt kleckern in Aachen ist relatif

Ihr haltet das Magazin Eures AStA in Händen. Es war in der Vergangenheit durchaus Zankapfel bei den Haushaltsdiskussionen der Studierendenschaft, sind Druck und vor allem das Layout doch nicht gerade günstig. Der aktuelle AStA der Uni des Saarlandes arbeitet mit Hochdruck daran Kosten bei seinem Magazin einzusparen und gleichzeitig Werbepartner zu finden, um die Kosten teilweise wieder reinzuholen. Aber der Platz für Sponsoren ist natürlich begrenzt, es sei denn Ihr zieht eine Werbebroschüre wie SaarMAG, Potatoe o.ä. einem gehaltvollen Magazin wie dem champus in seiner aktuellen Form vor. Der champus ist durchgehend schwarz-weiß gedruckt, es sei denn es findet sich ein Werbepartner, der den farbigen Druck einer Doppelseite bezahlt.

Ein schillerndes Beispiel von Verschwendung von Geld der Studierenden durch den AStA der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen zu beobachten. Der AStA wird von RCDS (CDU-Ableger), LHG (FDP-Ableger) und STUDIUM, einer rechtskonservativen Liste, gestellt.

relatif nennt sich das „Campus- Magazin für Aachen“. Schillernd kommt es daher, auf über 40 Seiten in Hochglanz gedruckt, farbig natürlich. Ein Vergleich mit der BILD-Zeitung ist nicht weit her geholt: Eine große Zahl von „Artikeln“ besteht aus ganzseitigen Bildern mit kleinen Textkästchen.

So besteht eine Vorstellung der Aachener „Finnbahn“ aus zwei Bildern, die jeweils eine ganze Magazin-Seite einnehmen und weniger als einer Viertelseite Text mit ein paar Daten zur Bahn, in dem aber nicht erwähnt wird, wo geneigte LeserInnen die Bahn finden können.

Ganz beliebt dürfte auch der Teil „Jungs fragen, Mädels antworten und andersrum“ sein, wo die „Mädels“ schon mal fragen, warum die „Jungs“ König Fußball ihre Welt regieren lassen, „Jungs“ fragen, ob es nicht toll sei, sich vor lauter Verehrern verstecken zu müssen. Gehaltfülle, die sich aus Mitteln der Studierenden zu finanzieren offenbar lohnt…

Ein bemerkenswerte Aufzug des Stücks ist direkt auf Seite 2 zu finden: „Damit Ihnen im Studium nicht die Mittel ausgehen“ heißt es in einer ganzseitigen Werbung der Sparkasse für den Sparkassen- Bildungskredit. Werbung für die Verschuldung in einem AStA- Magazin! Und damit das Studium auch ohne Stress erfolgen kann, befindet sich auf der letzten Seite des Magazins eine ganzseitige Werbung für ein apothekenpflichtiges Beruhigungsmittel: „Entspannt trotz Prüfungsstress und Leistungsdruck. Konzentrierte Tage, entspannte Nächte. Gelassen im Alltag.“ Alle Achtung!

Wer sich eine solche glänzend herausgebrachte Broschüre elektronisch ansehen möchte, wird auf http://www.relatif.rwth-aachen.de fündig. Oder alternativ einfach beim alt-bewährten champus bleiben.

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