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Bildungsstreik und was passiert in Aachen

Geschrieben am 20. Juni 2009 von Anna Nelles

In dieser Woche ist “Bildungsstreik”. Eine große Anzahl von Schülerinnen und Schülern, Studierenden und auch Lehrenden protestieren gegen eine Reihe von Kritikpunkten am Deutschen Bildungssystem; im Hochschulbereich vor allem gegen die Studierengebühren und gegen die Verschulung der Bachelor- und Masterstudiengänge.

Ein Wermutstropfen für alle rein hochschulpolitisch Aktiven mag hier sein, dass anlässlich einer solch großen Demonstration einige Gruppen die Chance nutzen und nutzen werden, zur Weltrevolution aufzurufen und gleich das komplette Gesellschaftssystem auf den Kopf stellen wollen. Die Proteste werden in NRW mit einer Demo am Samstag 13:00 in Düsseldorf enden.

Wenn ihr euch jetzt fragt, warum ihr in Aachen wenig davon mitbekommen habt, kann man gerne das Internet befragen. Seit einigen Tagen ist dazu ein Video zu finden, in dem die Gruppe aus Aachen, welche den Bildungsstreik organisiert, sich darüber lustig macht, dass der AStA sich entschieden gegen diese Veranstaltung ausspricht. Für den AStA der RWTH ist alleine die Möglichkeit, dass auch nicht hochschulpolitische Gruppen teilnehmen und es zu übertriebenen Forderungen kommt, Grund, keine Unterstützung zu bieten und die Veranstaltung rundherum abzulehnen.

Und es kommt, wie es kommen muss. Der Rektor unserer RWTH Aachen schafft es den AStA links zu überholen. In einem kurzen  Video, dass von Demonstrierenden am Mittwoch aufgenommen wurde, ruft er die Aachener Studis auf, an der Demo am Samstag in Düsseldorf teilzunehmen – ein ähnliches Interview ist auch auf WDR.de zu finden. Er gibt keine politischen Argumente oder unterstützt Forderungen der Streikenden. Er findet einfach, dass die Studis auf die Wichtigkeit des Bildungssystems aufmerksam machen sollen. Und das ist eine Forderung, die wir reinen Gewissens unterstützen können.

Immerhin bleibt uns anzumerken, dass die alten Vorurteile immer noch zu stimmen scheinen. Wenn der Rektor etwas sagt, der AStA ist dagegen. Und wir dachten immer, dies sei ein Phänomen besonders linksorientierter ASten.

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