Lehre

Die Lehre ist im studentischen Leben ein Schwerpunktthema; schließlich seid ihr an der RWTH Aachen, um dazuzulernen. Folglich liegen in diesem Bereich auch die meisten Konfliktpotentiale. Wir haben dafür gesorgt, dass der AStA sich endlich wieder um die Lehre kümmert. Die Einrichtung eines Referenten für Lehre hat zu einer besseren Koordination und Kommunikation der Fachschaften untereinander geführt. So wurde erstmals eine sinnvolle Zusammenarbeit zwischen der Stadt und den Fachschaften im Rahmen der Erstsemesterrallye durch den AStA initiiert und koordiniert, welche bisher nur zwischen einzelnen Fachschaften und der Stadt stattfand. Auch hat der AStA Infotage für angehende und aktive Fachschaftlerinnen und Fachschaftler veranstaltet, an denen diese über Gremien, Finanzen, Studiengebühren, und viele mehr informiert und geschult wurden, um dadurch euch wiederum besser unterstützen zu können. Diese beiden Beispielprojekte, aber auch noch viele andere Projekte, die im AStA über das Referat für Lehre und den Vorsitz liefen, trugen zu einer besseren Fachschaftsarbeit und so auch zu einer besseren Lehre und Studierbarkeit bei.

Einer der Hauptproblempunkte ist nach wie vor die Bachelor-/Masterumstellung. Die kontinuierlichen Veränderungen tragen leider häufig nicht zu einer Besserung bei allen Studiengängen bei. Einer der ersten Punkte, der hier ins Auge sticht, ist die Beschreibung eurer Arbeitsbelastung, die eigentlich den ECTS-Punkten entsprechen sollte. Doch wo Profen schätzen, weiß selten jemand, wie viel ihr wirklich arbeitet. Daher gibt es “StOEHn”, wo wirklich herausgefunden werden soll, wie viel Arbeit in einem Fach steckt, um dann entsprechend die ECTS anzupassen und den Studiengang zu entlasten. Seit etwa drei Jahren sorgt AlFa-Mitglied Boris Plüschke in diesem Projekt der RWTH und FH Aachen dafür, dass ein Monitoring eurer Arbeitsbelastung stattfindet und über dieses auf Dauer eure Arbeitsbelastung realistisch abgebildet werden kann. Damit kann dann dafür gesorgt werden, dass ihr tatsächlich mit der vorgeschriebenen Arbeitsbelastung studiert und nicht in einzelnen Fächern verheizt werdet.

Die studentischen Senatorinnen und Senatoren Christine Blesinger,Felix Gathmann, Karina Berenzen, Christoph van der Broeck und Martin Henze (alle AlFA) haben dafür gesorgt, dass jeder Studi, der an der RWTH einen Bachelor gemacht hat, ein Anrecht auf einen Studienplatz im Master hat. Ausschließende Mindestnoten für den Masterzugang, wie es ihn zuletzt in der Philosophischen Fakultät mit der Note 2,3 noch gab, haben wir erfolgreich abschaffen können. Ausgenommen müssen aus rechtlichen Gründen nur wenige harte NC Fächer bleiben. Ein Masterplatz für jeden RWTH Bachelor ist vor allen Dingen notwendig, da der Bachelor zwar als berufsqualifizierend gilt, doch in einer Wissensgesellschaft alle die Chance haben sollten, möglichst gut ausgebildet zu werden. Es fehlen noch oft die Berufsbilder für Bachelor-Absolventinnen und Absolventen, so dass es irrsinnig wäre, mehr als die Hälfte der Studis nur mit einem Bachelor-Abschluss abgehen zu lassen. Zusätzlich haben wir uns für einen zeitkontinuierlichen Übergang eingesetzt, welcher einen Mastereinstieg im Sommer- und Wintersemester ermöglicht. Dies bedeutet, dass ihr außer in NC-Fächern keine Lücken mehr im Lebenslauf fürchten müsst, nur weil ihr knapp nach der Master-Einschreibung mit dem Bachelor fertig wurdet.

Letztendlich wurde auch die neue Evaluationsordnung der RWTH Aachen von uns mitgestaltet. Dabei haben unter anderem Martin Henze und Felix Gathmann (beide AlFa) dafür gesorgt, dass jede Veranstaltung, egal ob Vorlesung, Übung, oder andere, ab jetzt in jedem Semester evaluiert werden muss. ProfessorInnen und wissenschaftlichen MitarbeiterInnen sind endlich verpflichtet, ihre Evaluationsergebnisse vorzustellen und schlechte Bewertungen gegenüber Fakultät und Hochschule zu erklären. Darüber hinaus werden die Fachschaften einen Zugang zu den Ergebnissen bekommen, um von ihrer Seite aus die Vorlesungen zu bewerten.

Damit die RWTH Aachen auch in Zukunft eine der besten Ausbildungen Deutschlands bietet, ist es uns wichtig, dass die Qualität in der Lehre stimmt und kontinuierlich verbessert wird. MitgliederInnen der AlFa haben von studentischer Seite federführend an dem Zukunftskonzept Lehre mitgewirkt, mit welchem die Hochschule im letzten Jahr im Wettbewerb “Exzellente Lehre” ausgezeichnet wurde. Dabei wurde die RWTH allerdings nicht für die schon vorhandene Lehre ausgezeichnet, sondern für die zukünftige Planung. Aus diesem Grund wollen wir weiterhin aktiv als Fachschaftler und über den AStA die Lehre an der RWTH Aachen verbessern und das Zukunftskonzept Lehre gemeinsam umsetzen. Dabei arbeiten Mitglieder der AlFa in zahlreichen Arbeitsgruppen zu Teilgebieten des Konzepts mit, zum Beispiel zu den Themen Einführungsveranstaltungen, Vorkurse, Self-Assessments, Blended Learning, Exploratory Teaching Spaces und Anreizsysteme.

Was sicherlich nicht die Lehre fördert, sondern nur den Stolz einiger ewig-gestrigen Professorinnen und Professoren, sind Rausprüfquoten. Gute Qualität in der Lehre ist nicht daran erkennbar, wie viele Studis in einer Prüfung durchfallen. Hohe Durchfallquoten sind vielmehr ein Warnsignal für unzureichend gute Lehre und können mit Kleingruppenübungen, zusätzlichen Kolloquien, einem gezielten Einsatz von Blended Learning oder anderen Maßnahmen vermieden werden.