Sprachkurse
Kostenlose Sprachkurse für alle
Fremdsprachenkenntnisse stellen für alle Studierenden eine Schlüsselqualifikation dar. Der Stellenwert der Sprachkurse ist jedoch an der RWTH Aachen eher gering; dem Sprachenzentrum fehlt es an finanziellen Möglichkeiten ebenso wie an organisatorischer Kompetenz. Dabei wird das Sprachenzentrum wesentlich aus Studiengebühren mitfinanziert. Für viele Studis bleibt der gewünschte Sprachkurs aber eine Illusion – mangels Platzangebot und veraltetem Prioritätensystem.
Im August 2008 verabschiedete dann das Dekanat der Philosophischen Fakultät in größter Heimlichkeit eine Entgeltordnung für das Sprachenzentrum. Nur noch in der Prüfungsordnung vorgeschriebene Kurse sollten kostenfrei bleiben, für alle anderen mindestens 50 Euro berechnet werden. Einen Monat später berichtet der damalige AStA darüber in den 90 Sekunden anstatt tatsächlich etwas zu unternehmen. Ein Gespräch mit den Verantwortlichen sollte für einen AStA das geringste sein. Die studentischen Senatsmitglieder Sibille Schulte-Barendorf und Felix Gathmann (beide AlFa) übernehmen dafür in Absprache mit den Fachschaften diese Aufgabe und lösen in kürzester Zeit das Problem gemeinsam mit Rektorat, Verwaltung, Dekanat und Sprachenzentrum. Als Ergebnis bleiben schließlich alle Sprachkurse kostenfrei.
Zuletzt wird die vorgeschlagene Formulierung der AlFa sogar wörtlich in die amtliche Bekanntmachung übernommen.
Neue Konzepte für das Sprachenzentrum
Um das Sprachangebot an der RWTH zukunftsfähig zu machen, bedarf es einer Neuordnung der Finanzierung durch die Hochschule und zusätzlich struktureller Veränderungen.
Bei der Finanzierung dürfen Studiengebühren nicht schleichend die tragende Säule werden, sondern können lediglich zusätzliche Angebote, wie selten nachgefragte Sprachen, unterstützen. Wesentlich ist eine Verbesserung der Effizienz der eingesetzten Mittel. Das Angebot an Sprachen muss dringend stärker und dynamischer an die Bedürfnisse der Studierenden angepasst werden. Das veraltete Prioritätensystem, das Studierende ganzer Studiengänge bei der Vergabe der Plätze benachteiligt oder ausschließt, muss angepasst werden, um gerechter zu werden. Ebenso muss ein Nachrückverfahren etabliert werden, so dass die Kurse besser ausgelastet werden.
Generell müssen die administrativen Verfahren wesentlich effizienter gestaltet werden, vor allem durch den vernünftigen Einsatz von automatisierten Verfahren. Bisher werden die meisten Arbeitsabläufe aus Mangel an IT-Kompetenz kostenintensiv manuell durchgeführt. Gleichzeitig ist das Anmeldeverfahren so anzupassen, dass es uns Studis nicht jedes Semester durch mangelnde Zweckmäßigkeit an den Rande des Wahnsinns treibt.
Die Verbesserung der finanziellen Situation sollte und kann daher erst erfolgen, wenn diese Missstände konsequent behoben worden sind.
